Denken Sie an Aluminium: leicht, langlebig, korrosionsbeständig… Doch im geschmolzenen Zustand begegnet es seinem größten Feind: Wasserstoff.
Wenn Feuchtigkeit aus der Luft mit geschmolzenem Aluminium in Kontakt kommt, zerfällt sie, und der entstehende Wasserstoff löst sich problemlos im flüssigen Metall. Ähnlich wie sich Kondenswasser an der Außenseite eines kalten Glases bildet, versucht auch dieses Gas beim Erstarren des Metalls wieder auszutreten. Doch wenn die Erstarrung bereits begonnen hat, bleiben die Gasblasen im Metall eingeschlossen.
Diese mikroskopisch kleinen eingeschlossenen Blasen erscheinen später als Porosität in der inneren Struktur der Aluminiumprofile, die wir produzieren. Diese Hohlräume verringern die Festigkeit des Profils, verschlechtern die Oberflächenqualität und verursachen unerwünschte Fehler bei Prozessen wie Eloxieren oder Pulverbeschichten.
Mit anderen Worten: Ein unsichtbarer Feind wird zum größten Qualitätskiller.
Stickstoff-Degassing: Eine Transparente Reinigungsoperation
Wie besiegen wir also diesen unsichtbaren Feind?
Die Antwort liegt in einem äußerst einfachen, aber hochwirksamen Verfahren:
Stickstoff-Degassing
Stellen Sie sich den Prozess vor:
Wir bereiten einen großen Aluminium-Billetguss vor. In unserem Ofen befindet sich geschmolzenes Aluminium bei etwa 700–750 °C. Doch im Schmelzbad befindet sich noch eine gewisse Menge gelöster Wasserstoff.
Genau an diesem Punkt kommt ein speziell entwickeltes Rotorsystem zum Einsatz.
Der Rotor wird in das flüssige Metall eingetaucht und beginnt sich mit hoher Geschwindigkeit zu drehen, während gleichzeitig reiner Stickstoff durch den Rotor eingeblasen wird.
Durch die Rotation wird das Stickstoffgas in Millionen kleinster Blasen innerhalb des flüssigen Aluminiums verteilt.
Hier greift ein grundlegendes physikalisches Prinzip:
Der Unterschied im Partialdruck.
Zu Beginn enthalten die Stickstoffblasen keinerlei Wasserstoff. Deshalb diffundiert der im Metall gelöste Wasserstoff beinahe wie magnetisch angezogen in diese Stickstoffblasen hinein. Während die Blasen zur Oberfläche aufsteigen, sammeln sie immer mehr Wasserstoff.
Sobald die Blasen die Oberfläche erreichen, platzen sie und geben den Wasserstoff an die Atmosphäre ab.
Welche Vorteile Bietet Dieser Prozess?
Der Grund, warum wir diesen Prozess mit größter Sorgfalt durchführen, steht in direktem Zusammenhang mit der Zufriedenheit unserer geschätzten Kunden.
Überlegene Mechanische Eigenschaften
Ein Billet ohne innere Porosität besitzt eine homogene Struktur.
Diese Homogenität ermöglicht einen gleichmäßigeren Materialfluss während des Aluminium-Extrusionsprozesses und stellt sicher, dass das fertige Profil die gewünschten mechanischen Eigenschaften erreicht, wie zum Beispiel:
- Zugfestigkeit
- Strukturelle Belastbarkeit
- Gleichmäßige Performance
Perfekte Oberflächenqualität
Profile, die aus Billets ohne ausreichendes Degassing hergestellt werden, können raue Oberflächen aufweisen, die an eine Orangenhaut erinnern, oder feine Linien und Defekte durch eingeschlossene Gasblasen zeigen.
Insbesondere bei architektonischen Aluminiumprofilen, bei denen die Optik entscheidend ist, ist dies nicht akzeptabel.
Dank unseres Degassing-Prozesses erhalten Ihre Aluminiumprofile:
- Glatte Oberflächen
- Glänzende Optik
- Höchste ästhetische Qualität
Eignung Für Weiterführende Oberflächenbehandlungen
Oberflächenbehandlungen wie:
- Eloxieren
- Pulverbeschichten
reagieren äußerst empfindlich auf die innere Struktur des Metalls.
Selbst kleinste eingeschlossene Gasblasen können sich während des Eloxalprozesses ausdehnen und Fehler verursachen, die häufig als:
- Verbrennungen
- Fleckenbildung
- Oberflächenfehler
bezeichnet werden.
Das Degassing eliminiert diese Risiken und schafft eine saubere Oberfläche, auf die selbst hochwertige Beschichtungen problemlos aufgetragen werden können.
Verbesserte Schweißbarkeit
In Anwendungen, bei denen Aluminiumprofile verschweißt werden müssen — beispielsweise bei geschweißten Konstruktionen — kann innere Porosität zu Defekten in der Schweißnaht führen.
Sauberes Metall bedeutet:
- Stabilere Schweißnähte
- Zuverlässigere Verbindungen
- Höhere strukturelle Sicherheit
Der Unterschied Von Biser Aluminium: Transparenz In Jedem Prozessschritt
Bei Biser Aluminum betrachten wir das Stickstoff-Degassing nicht als gewöhnlichen Produktionsschritt.
Wir sehen es als einen der wichtigsten Qualitätskontrollpunkte im gesamten Aluminium-Billetgussprozess.
Denn die Menge an gelöstem Gas im flüssigen Metall beeinflusst direkt:
- Die innere Struktur des Billets
- Das Extrusionsverhalten
- Die Leistung des fertigen Aluminiumprofils
Deshalb überwachen wir kontinuierlich kritische Prozessparameter wie:
- Rotordrehzahl
- Stickstoffdurchfluss
- Reinheit des Stickstoffs
um sicherzustellen, dass jeder Gussprozess mit derselben Stabilität und Präzision durchgeführt wird.
Unser Ziel ist klar:
In jeder Produktionscharge eine vorhersehbare, homogene und zuverlässige Billetstruktur zu erzielen.